News for Februar 2010

Wege zum Heil…

Wege zum Heil – Betrachterlenkung durch Architektur, Skulptur und Bild im Panteón de los Reyes in León

Als bildliches Testament ihrer Herrschaft ließen König Fernando I. von León-Kastilien und seine Frau Doña Sancha kurz vor ihrem Ableben die Kirche ihres Palast-Klosters in León erneuern und durch das Panteón de los Reyes als dynastische Grablege der königlichen Familie ergänzen. Zusammen mit dem Reliquiar des Gelehrtenheiligen Isidor von Sevilla bildete der Komplex das Zentrum ihrer dynastischen Legitimation und zugleich die bildhaft-plastische Formulierung eines auf die Herrschaft Fernandos bezogenen Heilsversprechens. Wenngleich der ursprüngliche bauliche Kontext durch den Abbruch der Palastkirche im 12. Jahrhundert verändert wurde, ist die Bauskulptur im Panteón systematisch angeordnet und gliedert den Raum in unterschiedliche Motivzonen. Es zeigt sich hier exemplarisch, dass in der Architektur des hohen Mittelalters nicht nur ein grundsätzlich enger räumlicher Bezug zwischen Skulptur und Bauwerk bestand, sondern dass vor allem auch die Bewegung der Betrachter im Raum berücksichtigt und in die Bilderzählung eingebunden war. Im übertragenen Sinn wurde an dieser Stelle die im Pilgerweg per se intendierte Bewegung der Betrachter im Panteón in ein verdichtetes räumliches System übertragen – entsprechend der mittelalterlichen Praxis der Prozessionswege und Simultanbühnen. Dass es sich tatsächlich um eine intendierte Wahrnehmung handelt, zeigt sich an der zeitnah entstandenen Ausmalung des Panteón, die hinsichtlich ihrer Lesart und ?richtung ebenfalls auf diesen Haupt- oder Prozessionsweg zum Westportal der Kirche ausgerichtet ist. Eine `Anleitung´ zu einer sukzessiven Erfassung der Bilderzählung durch Bewegung findet sich schließlich auch am Reliquiar des heiligen Isidor, das in der Palastkirche und damit am Zielpunkt des Weges befand: ähnlich einer Prozession konnten die Besucher im Panteón eine Heilsgewinnung, im Sinne einer Auferstehungshoffnung erfahren, die sich über das Bildprogramm unmittelbar auf die königlichen Stifter beziehen ließ. Weit über die persönliche Fürbitte hinaus wurde diese zum Bestandteil eines göttlichen und überzeitlichen Heilsplans, in dessen Zentrum Fernando I. `Reichsidee´ eines ungeteilten Spanien und damit der Beginn der Reconquista stand.

Vollständiger Text bei Kunsttexte.de: http://www.kunsttexte.de/index.php?id=571&idartikel=30347&artaus=8&ausgabe=30346&zu=541

Kategorie: Allgemein, Publikationen

Stadtmuseum Kassel

 

Stadtmuseum Kassel

Wettbewerbsbeitrag. Der ›Museumsteppich‹, ein besonders gestalteter öffentlicher Bereich, verbindet das Foyer des Stadtmuseums mit dem Außenraum. Der Übergang zwischen Stadt und Museum ist fließend. Ein ›Museumspfad‹ verknüpft zudem das historisch bedeutende Quartier hinter dem Museum, darunter die  ›Villa Scheldt‹ und das ›Bromeissche Gartenhaus‹  mit der Innenstadt. Im Inneren werden sämtliche Funktions- und Ausstellungsbereiche in drei Raumschichten parallel zur barocken Achse der Wilhelmstraße angeordnet. Die Besucher (weiterlesen …)

Kategorie: Wettbewerbe

Konstruktion eines Unternehmensbilds

Die Konstruktion eines Unternehmensbilds – Archivalien zum BMW-Vierzylinderhochhaus in München

Vortrag an der Philipps-Universität in Marburg. Vor dem Hintergrund des 1968 ausgelobten Architekturwettbewerbs zur Neugestaltung der BMW-Hauptverwaltung in München wurde anhand von Archivalien aus verschiedenen Sammlungen die Konstruktion und Konstitution eines Unternehmensbilds im Sinne einer visuell und räumlich erfahrbaren Unternehmensidentität diskutiert.

Information: FOTO MARBURG

Kategorie: vorträge

Ein Haus für Mykita

IIKE -  Frank Seehausen

Ein Haus für MYKITA: Architektur und Corporate Identity

Das junge Berliner Unternehmen MYKITA ist international einer der wichtigsten Hersteller topmodischer und hochwertiger Brillen und Sonnenbrillen: im aktuellen SEX AND THE CITY–Film (2010) trägt Carrie Bradshaw, inszeniert als Lichtgestalt, eine goldene MYKITA-Sonnenbrille. Die intelligenten, vollkommen neu gedachten Gelenke, das exzellente Design und die hochwertige Handarbeit wurden international mehrfach ausgezeichnet. Schon fünf (weiterlesen …)

Kategorie: Lehre

Universitätskirche Leipzig

Diskussionsbeitrag Universitätskirche Leipzig

Als Beitrag zur Diskussion um den von vielen Bürgern geforderten Wiederaufbau der Leipziger Universitätskirche (Paulinerkirche) wurde auf Anregung des Kunsthistorikers Dr. Andreas Thielemann (+) eine zeitgenössische Interpretation des Bauwerks skizziert. Über einer massiven Unterkirche zur Aufbewahrung der zahlreichen historischen Relikte des Ortes erhebt sich in den Umrissen der alten Kirche mit ihrem markanten Spitzdach eine leichte Konstruktion, die mit einem golden schimmernden Metallgewebe bespannt ist, die sich je nach Sonneneinstrahlung im Licht aufzulösen scheint. Der weite, helle Innenraum ist ein großer Saal für Chor-, Orchester- und Orgelkonzerte, Gottesdienste und festliche Versammlungen. So wird das Bild der alten Kirche, das sich durch die Sprengung in das kollektive Gedächtnis der Bevölkerung eingegraben hat, in eine neue Gestalt transformiert – ohne dass dabei ein schwermütiger Memorialbau entsteht.

Team: Frank Seehausen, Karla Pilz, Oliver Langhammer

Kategorie: Allgemein, Beratungen

Visionen 2054 – Wettbewerbsbetreuung

Visionen 2054 – Wettbewerb zu Spielbergs `Minority Report´

Fachliche Konzeption und Leitung des bundesweiten Studentenwettbewerbs „Visionen 2054“ anlässlich der Deutschlandpremiere von Steven Spielbergs Science-Fiction-Thriller „Minority Report“ im Auftrag der 20th Century Fox of Germany. Prominente Jurybesetzung mit Sir Ken Adam, Hannes Böhringer und Kees Christiaanse.

Film: http://de.wikipedia.org/wiki/Minority_Report

 

Kategorie: Allgemein, Beratungen

Galerie in Berlin

Galerie am Hamburger Bahnhof

Entwurf der Niederlassung einer Galerie in der Uferhalle am Hamburger Bahnhof mit beweglichen Wandelementen zur angemessenen und unkompliziert wandelbaren Präsentation sehr unterschiedlicher Kunstgattungen.

Kategorie: Allgemein, Beratungen

Bildarchitektur

Hans Holbeins Fassadenmalereien am „Haus zum Tanz“ in Basel

Vortrag am NFS Bildkritik eikones an der Universität Basel: Die monumentale Fassadenmalerei, die Holbein um 1520 am Haus `Zum Tanz´ in Basel ausführte, konfrontierte die Passanten mit einer Scheinarchitektur, welche die ganze Fassadenfläche einnahm und sich vollständig von der architektonischen Logik des Hauses löste. Statt den irregulären Bau durch ein fingiertes Ordnungssystem zu korrigieren, konterkarierte er den Bestand durch eine phantastische, antithetische Scheinarchitektur, welche die vorhandenen Öffnungen derart geschickt in das System fingierter Vor- und Rücksprünge einband, dass sich die Flächigkeit des Baukörpers in einem einzigen Bild aufzulösen begann. Der Enge des städtebaulichen Kontextes setzte er ungewohnte räumliche Tiefe und der Bescheidenheit des Baus verschachtelte Triumphbogenmotive entgegen. Die Freiheit, die Holbein sich in seinem Architektur-Bild nahm, ist die des bewegten und unkonventionellen Blicks. Die tradierte Bezeichnung des Hauses `Zum Tanz´ übertrug er nicht nur auf den gemalten Fries tanzender Bauern, sondern, analog zu deren sich zunehmend steigernder Bewegung, auch auf die fingierte Architektur. Das gesamte Haus erfuhr durch seine beiden thematisch differenzierten Fassaden nicht nur eine überraschende Verlebendigung, sondern verlangte auch vom Betrachtern ständige Bewegung und wurde damit im doppelten Sinn räumlich wirksam.

Kategorie: Allgemein, vorträge

Automobilarchitektur

Automobiles Theater und Dynamischer Raum – Architektonische Inszenierungsstrategien der Automobilindustrie

Vortrag an der TU Darmstadt. Architektur spielt seit einigen Jahren vor allem in der Automobilbrache eine herausragende Rolle bei der Darstellung von Unternehmens- und Produkteigenschaften. Am Beispiel von BMW wurden räumliche und bildliche Inszenierungs- und Vermittlungsstrategien diskutiert.

Kategorie: vorträge

Schinkel in Berlin und Potsdam

Lucas Elmenhorst, Frank Seehausen

Karl Friedrich Schinkel. Architekt der ästhetischen Neuorganisation eines Staates

Seminar im Fachgebiet Kunst an der Universität Paderborn. In dem Seminar wurde das architektonische Werk Karl Friedrich Schinkels in Berlin und Potsdam vor dem Hintergrund der kulturgeschichtlichen Bedingungen in der Zeit nach den Befreiungskriegen diskutiert. Schinkels Architektur wurde dabei in ihrer identitätsstiftenden Funktion und politischen Bedeutung untersucht. Seine Rolle als oberster Baubeamter und die damit verbundene maßgeblichen Prägung (weiterlesen …)

Kategorie: Lehre

Klassizismus in Berlin und Potsdam

Lucas Elmenhorst, Frank Seehausen

Die Einführung des Klassizismus in der höfischen Kunst und Architektur

Seminar im Fachgebiet Kunst an der Universität Paderborn. In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts bis Mitte des 19. Jahrhunderts entstand in Potsdam unter verschiedenen Auftraggeber der königlichen Familie eine zusammenhängende Landschaft aus Schloss- und Parkanlagen. Der hier innerhalb eines engen Auftraggeberkreises ablesbare stilistische Wandel vom Rokoko zum Klassizismus ist symptomatisch für einen gesellschaftlichen und politischen (weiterlesen …)

Kategorie: Lehre

Die Berliner Museumsinsel

Lucas Elmenhorst, Frank Seehausen

Die Berliner Museumsinsel – UNESCO-Welterbe

Seminar im Fachgebiet Kunst an der Universität Paderborn. Vor Ort wurden die Bauten der Berliner Museumsinsel untersucht und diskutiert, als “herausragendes Beispiel für das Konzept des Kunstmuseums, das auf die Zeit der Aufklärung und der Französischen Revolution zurückgeht”. Die Museumsinsel gehört zum kulturellen Erbe des 19. Jahrhunderts, des Zeitalters der Bildung und der Wissenschaften. Das Seminar setzte sich zum Ziel, Architektur, Konzeption und Inhalte der verschiedenen Museen der Berliner Museumsinsel zu untersuchen.

Kategorie: Lehre

Kunsthalle Bremen

Kunsthalle Bremen

Wettbewerbsbeitrag. Das vom Auslober geforderte umfangreiche und komplexe Raumprogramm wurde in einer konzentrierten und klar konturierten Gebäudemasse untergebracht. Dadurch wird es möglich, den Baukörper der Kunsthalle von Außen als Solitär im Landschaftsraum der ehemaligen Wallanlagen zu erhalten. Im Inneren wurden die Räume klar strukturiert und eng miteinander verflochten, so dass explizit Sichtbeziehungen zwischen einzelnen Ausstellungsebenen und dem Park gestaltet werden konnten. Treppen innerhalb der volumenbetonten Wände ermöglichen es zudem, Verbindungen zwischen den Bereichen der permanenten Ausstellung und den Wechselausstellungen herzustellen.

Team: Frank Seehausen, Wolfgang Wagner, Oliver Langhammer

Kategorie: Allgemein, Wettbewerbe

Zollhafen Magdeburg

IIKE -  Frank Seehausen

Wohnungsbau in Magdeburg

Wohnen am alten Zollhafen in Magdeburg war das Thema des bundesweit ausgeschriebenen Xella-Wettbewerbs, der im Rahmen eines Hauptstudiumsentwurfs am IIKE bearbeitet wurde. In mehreren Schritten kartierten die Studierenden das zwischen zwei Elbarmen gelegene Gelände und entwickelten eine teils sehr persönliche Haltung zur Thematik des Wohnens. Der genius loci des alten Hafengeländes war schließlich auch Kern der Arbeit von Myriam Didjurgeit, die den ersten Platz im Regional- und einen Ankauf im Bundeswettbewerb erhielt.

Die Publikation der preisgekrönten Arbeiten ist über XELLA zu beziehen.

Info: XELLA

Kategorie: Allgemein, Lehre

Architekturführer Potsdam

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Paul Sigel, Silke Dähmlow, Frank Seehausen, Lucas Elmenhorst

Architekturführer Potsdam

Potsdam besitzt ein Ensemble von Schlössern und Gärten, das seit 1990 als UNESCO-Weltkulturerbe eingetragen ist. Es verfügt über Villenkolonien, vielgestaltigen Siedlungsbau und Bauten für Kultur und Wissenschaft. Der Architekturführer dokumentiert diese Stadt- und Kulturlandschaft in all ihren historischen Schichtungen vom 17. Jh. bis zur Gegenwart. Der Architekturführer Potsdam bietet mit einer Auswahl von über 250 Objekten einen (weiterlesen …)

Kategorie: Publikationen

Mentale Konstruktionen…

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Mentale Konstruktionen. Zeichnung als utopische Landschaft

Katalogbeitrag über die großformatigen Zeichnungen und Collagen der Berliner Künstlerin Anke Becker.

Anke Becker – Arbeiten auf Papier, Goldrausch Künstlerinnenprojekt art IT (Hg.), Berlin 2008 mit einem Text von Frank Seehausen, ISBN 978-3-937476-87-2

ANKE BECKER

 

Kategorie: Publikationen

Das Reliquiar als Staatsform…

reliquiare

Horst Bredekamp / Frank Seehausen

Das Reliquiar als Staatsform.

Das Reliquiar Isidor von Sevillas und der Beginn der Hofkunst in León.

Buchbeitrag in: Reliquiare im Mittelalter. Hrsg. v. Bruno Reudenbach u. Gia Toussaint. (Hamburger Forschungen zur Kunstgeschichte; 5). Berlin: Akademie-Verlag 2005. 221 S., 79 Abb. ISBN 3-05-004134-X

AKADEMIE-VERLAG

 

Kategorie: Allgemein, Publikationen

Baugeschichte als dynastisches Konstrukt…

spanien

Frank Seehausen

Baugeschichte als dynastisches Konstrukt: Die Bauphasen und ihre Interrelation mit
der Kapitellskulptur von San Isidoro in León.

Buchbeitrag. Die Baugeschichte der Kollegiatskirche San Isidoro in León wird anhand der Kapitellskulptur und der erkennbaren Baufugen und Steinmetzzeichen analysiert. Entgegen der gängigen Forschungsmeinung wird für eine sukzessive und dynamische Umbauung der Vorgängerkirche plädiert, die als Palastkirche und Aufbewahrungsort des großformatigen Silberreliquiars des heiligen Isidor von Sevilla und im Verbund mit der königlichen Grablege, des `Panteón de los Reyes´ ein zentrale Rolle in der Legitimationsstrategie des Leoneser Herrscherhauses innehatte. Ein grundlegender Planwechsel, verbunden mit der Aufweitung des Querhauses, fand schließlich in Beziehung auf die Kathedrale von Santiago de Compostela im frühen 12. Jahrhundert statt.

Frank Seehausen, Baugeschichte als dynastisches Konstrukt: Die Bauphasen und ihre Interrelation mit der Kapitellskulptur von San Isidoro in León, in: Achim Arbeiter/Christian Kothe/Bettina Marten (Hg.), Hispaniens Norden im 11. Jahrhundert. Christliche Kunst im Umbruch, Petersberg 2009 (Imhof-Verlag, ISBN 978-3-86568-509-4), S. 198-209.

Buch: HISPANIENS NORDEN IM 11. JAHRHUNDERT

Kategorie: Publikationen